Cultural Intelligence

Die zunehmende Bevölkerungsbewegung (von Menschen, die wenig finanzielle Mittel dazu haben und oder auf der Flucht sind, bis hin zu Menschen in der Mittel- und Oberschicht die als digital Nomads, Expats bei Unternehmen im Ausland arbeiten, oder Dauerreisende, welche die Welt zu ihrer Heimat machen) nimmt zu. 

Berufe, die in einem «monokulturellen» Kontext ihrer Tätigkeiten ausüben, verschwinden und interkulturelle Fähigkeiten werden für einen Grossteil der erwerbstätigen Menschen zu einer Notwendigkeit. 

 Heute stelle ich ein Werkzeug vor, mit welchem wir an diesen interkulturellen Fähigkeiten arbeiten können. 

Der Begriff «kulturelle Intelligenz» kam im Jahr 2003 in den Vereinigten Staatenauf. Zu den Pionieren der CQ-Forschung zählen der Betriebswirtschaftler P. Christopher EarleySoon Ang, Professorin für Management an der Nanyang Technological Universityin Singapurund David Livermore, Unternehmens- und Regierungsberater und Berater von verschiedenen NGOs.

 CQ geht zurück auf ein evidenzbasiertesMetamodellfür Diversitätund internationale Zusammenarbeit. Das heisst das CQ-Self Assessment ist ein über unterschiedliche Kulturen und Stichproben hinweg ausgetestetes diagnostisches Instrument.

CQ basiert auf insgesamt vier Verhaltensdimensionen, die individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. 

Deutlich wird dadurch, wo bei einzelnen Personen und Teams der Entwicklungsbedarf liegt, um sich kulturell intelligenter zu verhalten. 

  • CQ-Drive: Inwieweit interessiert sich jemand für Fremd- und Andersartiges? Wie stark ist er davon überzeugt, sich in kulturell unterschiedlichen Umfeldern sicher bewegen zu können?

  • CQ-Knowledge: Inwieweit sind jemandem die Unterschiede zwischen der eigenen und anderen Kulturen bewusst? Hat er dafür Verständnis?

  • CQ-Strategy: Macht er aus diesen Unterschieden etwas? Ist er flexibel genug, um eigene Strategien anzupassen und umzustellen?

  • CQ-Action: Verhält er sich im konkreten Fall kulturell auch intelligent und setzt neue Einsichten praktisch um?

Insgesamt ist CQ das gelungene Zusammenspiel dieser vier Dimensionen in einer konkreten Situation; das heisst jemand verhält sich kulturell intelligent. 

Falls Sie Interesse haben können, Sie unter diesem Link eine eigenes Profil erstellen (kostenpflichtig): 

https://culturalq.com/products-services/assessments/cq-assessments/

Wie so oft gilt auch hier: „Übung macht den Meister“. Es geht bei CQ-Action darum, seine Komfortzone mit den üblichen, gewohnten Verhaltenweisen und Sprechmustern zu verlassen und sich an andere kulturelle Normen anzupassen. Es gibt verschiede Möglichkeiten, diese Adaptionsfähigkeit zu stärken, welche man einfach im Alltag üben kann. Beispielsweise könnte man versuchen, gezielt in Gesprächen einmal auf direkte oder indirekte Weise etwas nachzufragen, negatives oder kritisches Feedback auf direkte und indirekte Weise zu geben, bzw. auch andere alternative Wege zu finden, wie man Meinungsverschiedenheiten oder Widersprüche ausdrückt. Im sprachlichen Ausdruck kann man auch einmal vermehrt „upgraders“ (total, absolut, komplett) oder dann wieder „downgraders“ (ein bisschen, eventuell, eine Art von) verwenden und reflektieren, wie man sich selbst dabei fühlt. Das Wichtigste ist, bei der Anwendung dieser unterschiedlichen Strategien immer authentisch zu bleiben und dies bedarf Übung.


Gerne weise ich auf einen Kurs hin, den ich im am 18./19. Juni 2019 an der FHNW in Olten durchführe: 

Werkzeuge und Arbeitsstrategien, um in kulturell gemischten Kontexten erfolgreich zu sein.

Die Zusammenarbeit in kulturell gemischten Teams und Arbeitsgruppen ist oft herausfordernd. Kultur beeinflusst unsere Erwartungen, Deutungen und Bewertungen von Kommunikation, die dann entweder zu Kooperation und Produktivität oder zu Missverständnissen und zu Konflikten führt.

In diesem Kurs lernen Führungspersonen, Teamleitende, Fachpersonen und Menschen, die in kulturell gemischten Settings arbeiten, die Einflüsse und Wirkungen von Kultur zu erkennen und zielorientiert mit diesen umzugehen, damit Kooperation auch in kulturell gemischten Arbeitsformen möglich ist. Ein besonderer Fokus wird auf das frühzeitige Erkennen von Störungen gelegt, damit eine Konflikteskalation vermieden werden kann.

Weiter Informationen und Anmeldung unter: 
https://www.fhnw.ch/de/weiterbildung/wirtschaft/interkulturelle-kompetenz-im-arbeitsumfeld

Mark Moser